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5.4.08

Rumplhanni.

In der SZ-München Bibliothek ist die Erzählung "Rumplhanni", von Lena Christ 1916 verfaßt, neu aufgelegt worden. Sie erzählt von der Köchin Johanna Rumpl aus Öd nahe bei Grafing, die ihre Selbstständigkeit in der Stadt erreichen will. Als Küchenhilfe macht sie sich an den Wirtssohn Ferdl heran. Aber der will nichts von ihr wissen und so gibt sie schließlich dem Werben des jungen Metzgers Hans nach. Als der Wirtssohn im Krieg fällt, kann sie zusammen mit dem Metzger-Hans das Gasthaus kaufen.

Aber ist es nicht nur der Tausch einer Knechtschaft gegen die andere, die Fortsetzung von Elend und Unterdrückung mit anderen Mitteln? Die Atmosphäre schaffende Sprache führt zu Beginn des ersten Weltkriegs in eine längst versunkene Dienstbotenwelt. Christs autobiographisch inspirierter Text ist das eindrucksvollste literarische Zeugnis dieser Art.

Lena Christ wurde laut Wikipedia 1881 als außereheliches Kind der Köchin Magdalena Pichler geboren:
"Als ihre Mutter Josef Isaak heiratete, holt sie das 7-jährige Mädchen nach München. In der elterlichen Gaststätte musste sie Schwerstarbeit leisten. Das Verhältnis zur Mutter war von einer Hassliebe und schweren Ausschreitungen geprägt. Sie wurde regelrecht ausgebeutet. Immer wieder suchte Lena deshalb bei ihrer Großmutter Zuflucht."