Journal Culinaire.
In der Edition Vincent Klink sind erschienen:
Band 3 mit dem Schwerpunkt "Globalisierung des Essens" erscheint im Oktober 2006. Die Website zur Reihe.
So stellt die Münchner Kunsthistorikerin und Kuratorin Elisabeth Hartung Künstler des 20. Jahrhunderts vor, die das kommunikative Element von Kochen und Essen ins Zentrum ihrer Arbeit stellen und dafür auch als Köche und Gastgeber in Erscheinung treten. In einem weiten Bogen beginnt sie in den 20er Jahren bei den Futuristen, um über Restaurantprojekte der 60er und 70er Jahre bis zur Gegenwart kommen. Die Künstlerin und Autorin Barbara Räderscheidt würdigt den Erfinder der Eat-Art Daniel Spoerri, dem es neben der lustvollen Irritation unserer (Ess-)Gewohnheiten stets um das Begreifen der elementaren Bedeutung von Kochen und Essen geht. Spoerri ist außerdem im gesamten Heft mit Statements aus mehreren Jahrzehnten vertreten. Andreas Schäfler ergründet den heiteren Zauber des Objekts "Knopfei" von André Thomkins, der Kunsthistoriker Ralf Beil bringt in seinem Beitrag ebenso überraschend wie einleuchtend Arbeiten von Egon Schiele und Louise Bourgeois zusammen, und der Berliner Historiker Michael Philipp diskutiert anhand Pieter Bruegels Gemälde "Das Schlaraffenland" die alte Utopie vom Wohlleben.
Die weiteren Rubriken beschäftigen sich wie immer mit Themen aus allen Disziplinen. So erklärt etwa der Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm, warum das Cholesterin-Risikogerede wissenschaftlich schlicht falsch ist, und der Chemiker Walter Pamminger informiert unterhaltsam über physiologische Probleme bei der Weindegustation. Unter anderem rekonstruiert außerdem Walter Schübler eine austriakische Affäre, die der Architekt Adolf Loos 1927 mit seiner Schmähung der Wiener Küche lostrat, Ulrike Fokken beschreibt die Philosophie der Herrmannsdorfer Landwerkstätten ? und eine abgründige Speisekarte aus Portugal wird vorgestellt.

