Gebuchte Gefuehle.
Seit 1987 existiert in der deutschen Volkskunde eine Arbeitsgruppe Tourismus und Kulturbeziehungen. Aus einer Tagung entstand das Buch "Gebuchte Gefühle. Tourismus zwischen Verortung und Entgrenzung", herausgegeben von Hasso Spode und Irene Ziehe vom Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, dessen Autoren aus ethnologisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive der Frage nachgehen, worin die emotionalen Erlebniswerte und Erwartungen für die Reisenden bestehen, in welchem Zusammenhang sie zu den räumlichen und (jahres-)zeitlichen Gegebenheiten stehen und wie sie produziert und vermittelt werden.
In den Beiträgen finden volkskundliche, soziologische, historische und theoretische Ansätze zusammen. Der Band spiegelt mithin die Interdisziplinarität und die Methodenvielfalt der am Thema "Reisen und Tourismus" beteiligten Kultur- und Sozialwissenschaften ebenso wie das gemeinsame Ringen um Erkenntnisgewinn angesichts eines Phänomens von derartiger wirtschaftlicher und soziokultureller Bedeutung. Der Bogen reicht von der Lüneburger Heide über die DDR bis zur globalisierten Welt als mehr oder weniger entorteten Destinationen, er spannt sich von Urlaubsmitbringseln und -alben über die Rolle der Gastwirtinnen, den Stress der Animateure und das erotische Orientbild bis zu politischen Erinnerungsorten und zur Kritik der Modetrends in der Tourismuforschung.
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