Gastgewerbe-Fachliteratur.de

Domino Gastgewerbe GmbH, Pödeldorfer Str. 39, 96052 Bamberg. Telefon: 00-49-951/38488, E-Mail: service@gastgewerbe-fachliteratur.de

 

14.6.05

Ludwig Erhard.

Gerüchteweise will die SPD im Bundestagswahlkampf 2005 statt Gerhard Schröder Ludwig Erhard plakatieren. Vielleicht sollten die Sozialdemokraten vorab einmal die im April 2005 in deutscher Übersetzung erschienene Biographie "Ludwig Erhard" von Alfred C. Mierzejewski studieren.

Alfred C. Mierzejewski ist Professor für Geschichte an der University of North Texas. Er ist Verfasser zahlreicher Publikationen zur deutschen Wirtschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert.

Als "Vater des deutschen Wirtschaftswunders" gefeiert, ist er doch ein großer Unbekannter geblieben. Ludwig Erhard war stets ein unabhängiger Geist, der sich von niemandem vereinnahmen ließ. Auch als Politiker blieb er unbequem. Gerade heute ist vom Begründer der Sozialen Marktwirtschaft, der den Deutschen Freiheit und Wohlstand brachte, viel zu lernen.

Die erste große Erhard-Biografie seit Jahren schildert die "durch und durch unorthodoxe Laufbahn" (Klaus Hildebrand) dieses Visionärs und Ausnahmepolitikers. Aus bescheidenen Verhältnissen stammend blieb der 1897 in Fürth geborene Erhard ein Leben lang den liberalen Grundsätzen seines Elternhauses treu und ließ sich nie von den totalitären Ideologien des 20. Jahrhunderts verführen. Schon im Frühjahr 1944 entwarf der promovierte Wirtschaftswissenschaftler unter großer Gefahr eine Denkschrift, in der er wirtschaftspolitische Maßnahm en für die Zeit nach der deutschen Niederlage vorschlug. Darin findet sich in Grundzügen skizziert, was nach 1945 zur Anwendung kam.

Alfred C. Mierzejewski zeigt in seiner analytisch brillanten, auf umfangreichem Quellenmaterial beruhenden Lebens- und Wirkungsgeschichte Erhards, dass dessen Bedeutung für die Geschichte der Bundesrepublik gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Obwohl er als Wirtschaftsminister mit der Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft zum "Vater des deutschen Wirtschaftswunders" wurde, ist er als Kanzler tragisch gescheitert. Doch Erhards Ideen, sein Kampf für freien Welthandel und die Eigenverantwortung des Bürgers, gegen Kartelle und das Ausufern des modernen Wohlfahrtsstaates sind überraschend aktuell.