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25.7.04

Die Waldwirtschaft.

"Bundesweit bekannt wurde die Waldwirtschaft Grosshesselohe durch die sogenannte "Biergartenrevolution", einen Aufstand von Stammgästen und Freunden dieser traditonsreichen Biergartens, als ihre Anwohner wegen der angeblichen Lärmbelästigung eine vorgezogene Sperrstunde erreichen wollten. Die Auseinandersetzung führte zu einem empörenden Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts, das Bayern durch die Bayerische Biergartenverordnung aushebeln mußte, damit die Preussen nicht in die bayerische Lebensart hineinpfuschen konnten. Siehe zu dem Konflikt auch "Zoff um die Sperrstunde für Biergärten", in: Stern vom 24. Juli 2003.

Schon im Jahre 776 wurde die "Schweiger Hesselohe"als ein Landgut Herzog Tassilos beurkundet. Im 15. Jahrhundert erhielt sie eine Bierschank-Genehmigung. Hier stärkten sich vor allem fromme Pilger, die bei an den Isarhängen lebenden Eremiten Fürbitte suchten, bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts die bis dahin stille Schweige ein immer beliebteres Ausflugsziel der Münchner wurde. Ab 1779 etablierte sich um das Anwesen mit kurfürstlichem Privileg ein Vieh- und Jahrmarkt ähnlich wie in Keferloh. Um 1800 legte sich die "Waldwirtschaft Hesselohe", wie sie jetzt genannt wurde, einen Tanzpavillon zu, der sie zusätzlich zum Treffpunkt der Jugend machte. 1852 kam die Eisenbahn nach Großhesselohe. Jetzt ging das Geschäft im Waldwirtshaus noch besser. An guten Tagen wurden bis zu 10.000 Besucher verköstigt. Ein bis heute nie wieder erreichter Bierausschank-Rekord wurde am Pfingstsonntag 1900 mit 123 Hektoliter markiert. 1930 kaufte die 1397 gegründete Spaten-Brauerei das Anwesen. 1982 wurde die Waldwirtschaft vom heutigen Wirt Sepp Krätz als Pächter übernommen, weiß die "Waldwirtschaft" auf Ihrer Website zu berichten.

In ihrem im März 2004 erschienenen Buch "Die Waldwirtschaft" unternimmt Ingeborg Pils einen kulinarischen Ausflug in die bunte Geschichte der "Waldwirtschaft" und stellt 40 Rezepte vor. Folgende Themen werden behandelt: Der Münchner und seine Isar - Von der Hesseloher Schwaige zur Waldwirtschaft - Die Spatenbrauerei - Der Biergarten - Sepp Krätz und sein Imperium - Aus dem Gästebuch - Die 40 besten Rezepte nach Jahreszeiten aus Sepp Krätz Küche.

Von der selben Autorin ist im Jahre 2002 bereits erschienen: "Beim Sedlmayr. Das Gasthaus und seine Wirtsfamilien", in der die Geschichte der Münchener Traditionsgaststätte "Beim Sedlmayr" und seine traditionellen Gerichte dar- und vorgestellt werden. Co-Autor ist Rudi Färber, der Wirt der Gaststätte. Die Fotos stammen von Jan Roeder.